Seelisch selbstverletztendes Verhalten in Beziehungen: ein Hoch auf die Emanzipation

Ein Kommentar zu einem früheren Beitrag hat mich dazu inspiriert über die Entwicklung des SSVV, einer charmanten Abkürzung des neuen Trends in Beziehung - seelisch selbstverletztendes Verhalten - nachzudenken. Mit diesem Ergebnis:

Das Liebe wehtut ist eine der ersten harten Lektionen im Leben, die jeder lernen muss. Liebe, als ein undefinierbares Ding, dass obwohl es schon oft versucht wurde, bisher noch auf keine eindeutige Definition festzulegen war. Zum einen mag dies sicherlich daran liegen, dass wir jeden Menschen anders Lieben - die Liebe für den EX ist nicht dieselbe Liebe wie für den Aktuellen, Kinderliebe, Mutterliebe, Nächstenliebe... Eine endlose Liste lässt sich fortführen. Und doch gibt es bei allen Unterschieden der Liebe auch Gemeinsamkeiten.

Eine dieser Gemeinsamkeiten ist sicherlich das selbstzerstörerische Verhalten. Und obwohl auch Männer dazu neigen, sind es meist die Frauen, die einen gewissen Hang dazu haben, Beziehungen einzugehen bei denen wir schon von Beginn an wissen dass sie falsch sind. Mit dem Resultat: Obwohl wir wissen, dass es falsch ist und früher oder später (meist zu früh!) in einem schmerzlichen Finale endet - können wir einfach nicht nein sagen. Stattdessen stürzen wir uns noch tiefer in das Chaos hinein, mit der Hoffnung: Vielleicht verliebt er sich ja doch noch in mich? Er wird seine Frau bestimmt verlassen? Er wird seine schlechten Angewohnheiten bestimmt für mich ändern? Er wird bestimmt nicht mehr fremdgehen? Wir werden auf jeden Fall glücklich werden! Aber im Ernst: Stupid Life! Die Realität sieht anders aus.

Ein Grund für dieses selbstzerstörerische Handeln, ist sicherlich in der Emanzipation der Frau zu sehen (die es erst seit etwa 100 Jahren gibt). Denn wir als Generation Y, die den Freiheitsgedanken und die Unabhängigkeit wie keine andere weibliche Generation vor uns verinnerlicht hat, erhofft sich einfach zu viel vom Leben. Wir hoffen auf unser Glück und wissen auch genau wie es aussehen soll und mit wem. Das schlimmste ist: es steht uns - wie noch vor 100 Jahren - keiner mehr im Weg, der uns daran hinter könnte es zu erreichen. Es gibt keine Eltern mehr, die uns verheiraten wollen, keine "alte Jungfernschaft" mehr, keine räumlichen Einschränkungen (dank schnellen Verkehrsmitteln können sogar Fernbeziehungen funktionieren). So können wir die Schuld am Scheitern letztlich nur in uns selbst finden. Werden wir nicht glücklich in einer Beziehung, können wir die Schuld nur auf uns selbst schieben - denn schließlich hatten wir ja die Wahl, wen wir uns für eine Beziehung aussuchen. Und weil wir wissen, dass wir selbst an unserem Dilemma schuld sind, beginnen wir uns zu hassen - wir hassen unsere Körper (Magersucht ...), unser Aussehen (Schönheitsops ..), unseren Charakter (zu introvertiert … ). Dann beginnen wir uns selbst zu zerstören... Stück für Stück für Stück... bis nur noch ein Scherbenhaufen übrig ist. Der noch immer voller Hoffnung: Es gibt bestimmt irgendjemand da draußen in der großen weiten Welt, der erkennt wie toll wir sind und sich die Mühe macht, den Scherbenhaufen wieder zusammen zu setzen. Es lebe die Emanzipation! 

 

29.11.10 00:17

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Maccabros / Website (29.11.10 20:11)
Auch die Liebe hat Licht und Schatten.
Ob Frau oder Mann, wenn etwas funktioniert oder zerbricht, dann gehören da immer zwei zu...

Darum kämpfen wir jeden Tag für die Liebe, das Leben, für uns

Gruß

Maccabros

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