Magersucht und andere Methoden um den Körper zu foltern...

Sehr viele Frauen (aber auch Männer) leiden stark unter den Idealen der Gesellschaft. Die Angst anders zu sein, von der Norm abzuweichen, - nicht perfekt zu sein - verleitet sie dazu einen Hass zu entwickeln. Einen Hass auf sich selbst. Schlechte Charakter-Eigenschaften kann man vielleicht vorübergehenden mit Masken verdecken und langfristig sogar verändern, doch das äußere Erscheinungsbild bleibt. Es ist einfach nicht möglich Knochenstrukturen zu verändern, Beine länger wachsen zu lassen, krumme Nasen weg-zu-wünschen und der Akne zu befehlen sich aufzulösen. Diese Unmöglichkeit verstärkt den Hass und führt dazu, dass die einzige Sache die man beeinflussen kann (das Gewicht) zu kontrollieren. Ganz dem Motto: Ich hasse meinen Körper, deswegen lasse ich ihn leiden. Und ein schlanker Körper (dem Schönheitsideal der heutigen Gesellschaft entsprechend), der von allen bewundert wird, kann vielleicht auch für eine schiefe Nase entschädigen?

Es tut mir leid euch mitteilen zu müssen, dass dem nicht so ist. Denn wenn ihr von ein paar Kilos zu viel euer ganzes Leben bestimmen lasst und das Denken an Essen (wie viel Kalorien hat ein Stück Brot? Ich hab heute schon ein Gummibärchen gegessen, darf ich jetzt noch ein Stück Schokolade essen - oder muss ich dann gleich aufs Klo rennen und mich übergeben?) zum Mittelpunkt eures Lebens wird - euch ein schlanker Körper niemals glücklich machen kann. Leider ist mir aufgefallen, dass es auch auf diesem Portal sehr viele Blogs gibt, die das Thema Essstörung unterstützen oder sogar verherrlichen. Ganz dem Motto "Ich habe heute nur einen Apfel und drei Erdnüsse gegessen, ich bin ja so toll - lasst mich euch anderen Wahnsinnigen helfen genauso toll zu werden!" 

Bei so einem Denken kann man von nichts anderen sprechen als von einem "Wahn". Es ist sehr traurig, dass sich so viele Menschen unglücklich mit ihrem Körper fühlen und sie denken 20 Kilo weniger würden sie glücklicher machen. Sie vergessen, dass das eigentliche Problem für ihr Unglück nicht ihr Körper ist, sondern ihre Seele. Und damit will ich nicht sagen, dass jeder für sein Unglück / Wahn selbstverantwortlich ist. Es ist vielmehr die Gesellschaft, die uns verlorenen Individuen beschreibt, wie wir glücklich zu haben sein. Die Medien suggerieren uns, wer eine paar Rundungen hat, ist nicht schön, und wer nicht schön ist kann auch nicht glücklich sein. Aber mal im Ernst: Ist euch eigentlich noch nie aufgefallen, dass die Idee Schönheit mit Glück zu verbinden total irrsinnig ist? Und wo wir gerade beim Thema sind: Was ist eigentlich Schönheit? Seid ihr euch wirklich so sicher, dass Schönheit alleine durch den Verlust von Gewicht erreicht werden kann? 

 


Schönheit hat v.a. etwas mit einer guten Seele zu tun. Ein guter Mensch zu sein, der das Leben (und auch das Essen) genießen kann mit all seinen Facetten, der Anderen hilft, selbstlos und bescheiden ist. Schönheit ist etwas Inneres. Etwas das sich nicht in festgeschriebenes Ideal pressen lässt. Schönheit ist einzigartig. Und ob man viele oder wenige Freunde, ein glückliches oder unglückliches Leben führt, sich einsam oder geliebt fühlt, hängt nicht mit dem Gewicht zusammen, sondern mit eben dieser inneren Schönheit. Dies ist die wahre Schönheit, die in unserer heutigen Gesellschaft leider meistens unterschätzt wird.

 

5.12.10 14:22

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(26.3.13 23:11)
Genau.

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